Vom Lehren und Leerwerden: Wenn die Maske fällt

Lange habe ich mich gefragt: Wie ehrlich darf dieser Blog sein? Wie sehr darf ich jammern? Aber ich habe mir versprochen, authentisch zu sein. Und die Realität ist: Während ich an der Tafel stand und versuchte, die Welt zu erklären, fiel meine eigene Welt langsam auseinander.
​Ich stecke noch mittendrin im System Schule – einem System, das sich als nicht vereinbar mit meiner Persönlichkeit herausgestellt hat. Ich lerne gerade schmerzhaft: Man kann nur etwas verändern, wenn man sich selbst radikal kennenlernt. Die eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Werte – wer von uns achtet im stressigen Schulalltag schon darauf?
​Bis irgendwann der Punkt kommt, an dem alles schreit: „ICH KANN NICHT MEHR.“
​Oft ist es dann fast zu spät, weil wir die Warnsignale über Monate hinweg ignorieren. Bei mir waren diese Signale nicht mehr zu überhören.
Mein Körper schlug Alarm:
​Ein ständig zuckendes Augenlid und massives Kieferknirschen.
​Schwindel und zitternde Glieder, sobald ich nach dem Unterricht die Haustür hinter mir schloss.
​Täglich zwei Stunden Mittagsschlaf, nur um den Rest des Tages zu überstehen.
​Haarausfall, Hautprobleme und das ständige Gefühl, nicht richtig atmen zu können.
Dauerkopfschmerzen und immer wieder erhöhte Temperatur.
Meine Persönlichkeit veränderte sich:
​Ich war reizbar und erkannte mich selbst nicht wieder.
​Meine geliebten Hobbys wurden mir egal.
​Konzentration und Kurzzeitgedächtnis ließen mich im Stich.
Geräusche und Licht konnte ich kaum noch ertragen.

Trotzdem sagte ich mir: „Andere schaffen das doch auch! Und ich kann meine Klasse und KollegInnen nicht im Stich lassen!“

​Heute weiß ich: Ich habe mich selbst im Stich gelassen. Wer schon einmal in einem Flugzeug verreist ist, kennt die Ansage: Setzen Sie sich immer zuerst selbst die Rettungsmaske auf, bevor Sie anderen helfen.

Genau das lerne ich jetzt. Wer noch?

JENSEITS-DER-TAFEL